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NEUES UND INTERESSANTES

Klima, Landschaftsform und Geologie


Geologischer Exkurs: Die Fränkische Linie

Am Ende der Kreidezeit als letztes Teilkapitel der Jurazeit, vor ca. 145 Mio. Jahren, kam die Erde in unserer Region mächtig in Bewegung.

Zum Verständnis des ganzen Prozesses müssen wir in der Erdgeschichte aber noch ein Stück weiter zurückgehen. Ein Zeitalter zuvor hatte das Jurameer weite Teile Mitteleuropas bedeckt. Auf seinem Boden wurde über Jahrmillionen eine mächtige Schicht aus Kalkstein unterschiedlicher Merkmale sedimentiert. Davon überdeckt waren in unserer Region auch die nach Abtragung verbliebenen Reste des variskischen Gebirges (auch Grundgebirge oder Altes Gebirge genannt), das sich vor etwa 300 Mio. Jahren gebildet hatte. Die weitere regionale Betrachtung konzentriert sich auf das nordostbayerische Grundgebirge, das wir in seiner heutigen Form als Fichtelgebirge und Frankenwald kennen.

Ende der Kreidezeit: Das nordostbayerische Grundgebirge, und mit ihm gleichzeitig das angrenzende westböhmische Grundgebirge, werden über viele Mio. Jahre gegenüber der sich nach Westen und Süden erstreckenden sog. Süddeutsche Scholle (mit anderem Gesteinsaufbau unter dem jetzt trockenen früheren Meeresboden) allmählich in die Höhe gedrückt.

Wo sich etwas hebt, hier die Nordostseite der Störung, senkt sich parallel etwas anderes ab, in diesem Fall die Südwestseite. Die horizontal verlaufenden Gesteinsschichten im Untergrund wurden an dieser Bruchlinie in der Höhe zueinander versetzt. Im Westen beim nahen Wirsberg (8 km entfernt) um ca. 1.000 m, nach Südosten bei Weiden/Opf. (55 km entfernt) um ca. 2.300 m.

Diese Störung zieht sich durch die Erdkruste bis in über 30 km Tiefe. Wie man heute als eine Erkenntnis aus Öl- und Gasbohrungen weiß, reichen ihre Ausläufer im Norden bis in den Untergrund der Nordsee. Nach Südosten gehen sie bis Ungarn. Als Fränkische Linie wird der Abschnitt der Störung von Weiden bis zum nordwestlichen Ende des Thüringer Waldes bezeichnet. Im Weiteren sprechen wir nur noch von ihr.

Ausgelöst wurde die Bildung der Fränkischen Linie im Zuge der Alpenfaltung durch den Druck der afrikanischen auf die europäische Platte. Wie mit einem großen Lineal gezogen, trennt sie in der Region von Südosten nach Nordwesten markant das Bruchschollenland, die ca. 20 km breite Knautschzone und die sich dahinter westlich erstreckende Süddeutsche Scholle, vom Nordostbayerischen Grundgebirge, hier Fichtelgebirge und Frankenwald.

Die Gesteinsformationen der Knautschzone zerbrachen unter dem aufwärts strebenden Druck der schrägen Scherbewegung des Grundgebirges. Die Bruchteile wurden ebenfalls gegeneinander verschoben, teilweise auch gebogen oder "auf den Kopf gestellt". Durch Erosion wurden die oben auf dem Grundgebirge liegenden löslichen Kalkgesteinsschichten schneller abgetragen, als auf der südwestlich tiefer und flacher liegenden Süddeutschen Scholle.


Ausflugsziele in die Erdgeschichte

Im Bereich der Bruchscholle und auf Seite des Grundgebirges liegen auf engsten Raum heute ganz unter-schiedliche Gesteine an der Oberfläche frei. Das ist um Berneck und beim benachbarten Goldkronach der Fall, was für geologisch Interessierte, auch für Familien, eine Reihe schöner Ausflugsziele biete

Einen ersten multimedialen Überblick bietet die Infostelle des Geopark Bayern-Böhmen e.V. im Bad Bernecker Rathaus direkt neben der Touristinformation. Zwischen dem 28. April 2013 und dem 27. Oktober 2013 finden allein in Berneck und unmittelbarer Umgebung 12 Führungen von Geopark-Rangern statt. Jährlicher Höhepunkt: Tag des Geotops am 16.09.2013 im Steinbruch Hartsteinwerke Schicker mit Schausprengung von ca. 25.000 t. Diabasgestein (Anmeldung erforderlich)!

Die Nachbarstadt Goldkronach wurde direkt auf die Fränkische Linie gebaut. Dort sind insgesamt 15 Geopunkte mit näheren Informationen ausgestattet. Besonders interessant unter den insgesamt zehn Geopark-Rangerführungen im Stadtgebiet sind die durch die Geo-Keller. Auf kleinstem Raum sind Kraftspuren von der Bildung der Fränkischen Linie an den Wänden nachzulesen.

Ganzjährig geöffnet ist u. a. Geopunkt 8, Am Leisauer Berg, bei der katholischen Kirche. Besucher können an einem Modell mittels eigenem Handkurbelbetrieb die Jahrmillionen dauernde Bildung der Fränkischen Linie auf wenige Sekunden komprimieren.

Goldkronach war über mehrere Jahrhunderte ein Zentrum des Goldbergbaus. Der Granitpluton des Fichtelgebirges liegt im Tal des Zopatenbachs und zur Kronach hin mit Gold in gediegener Form führenden Quarzgängen soweit frei, dass es hier mit vergleichsweise einfachen Mitteln aus seiner Primärlagerstätte gefördert werden konnte. Nähere Informationen geben das Goldbergbaumuseum und das Schaubergwerk Schmutzlerstollen.

Bad Berneck eignet sich auch sehr gut als Ausgangspunkt für weiter entfernte, interessante geologische Ausflugsziele. Gute Hinweise gibt der Geopark Bayern-Böhmen auch mit vielen kompetent geführten Ranger-(Rad-)Wanderungen (s. Link oben).

Einen Besuch lohnt das GEO-Zentrum an der Kontinentalen Tiefbohtung (KTB) bei Windischeschenbach. in der angrenzenden Oberpfalz (ca. 64 km). Zwischen 1987 und 1994 wurde dort eine Forschungsbohrung bis in eine Tiefe von 9.101 m vorgenommen.

Spuren von Vulkanismus finden sich bereits in der benachbarten Oberpfalz, z. B. mit dem Armesberg, dem Waldecker Schlossberg, dem Rauhen und dem Kleinen Kulm sowie dem Parkstein, der bereits Alexander von Humboldt beeindruckte und im jahr 2006 als eines der bedeutendsten Geotope Deutschlands ausgezeichnet wurde.

Auch der tschechische Teil des Geoparks Bayern-Böhmen hat geologisch sehr viel zu bieten. Die Senkungszone des Egerer Beckens mit der quer verlaufenden, bis heute aktiven Marienbader Störung, die alle paar Jahre Ausgangspunkt der sog. Schwarmbeben ist. Dort kann in der Nähe von Franzensbad (Frantiskove Lazne) auch das aktiv CO2 entgasende vulkanische Mofettenfeld von Soos besucht werden.

Beim vulkanischen Schlackenkegel des Kammerbühl (Komorný Hurka) zwischen Schirnding und Eger (Cheb) entwickelte J. W. v. Goethe die Lösung eines Wissenschaftsstreits, deren Verifizierung er allerdings um wenige Jahre nicht mehr erlebte.




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