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Klima, Landschaftsform und Geologie
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NEUES UND INTERESSANTES

Blick in den Untergrund

Auch der Untergrund, die Oberflächengesteine und ihr jeweiliges Verwitterungsprodukt Humus wechseln sich hier in rascher Folge ab, mit weiteren Auswirkungen auf das landwirtschaftliche Potenzial. Im Osten ist es Granit unterschiedlicher Körnung im hohen Fichtelgebirge, gefolgt von Phyllitschiefer und Diabas auf Berneck zu. Nach Süden/Westen trifft man überwiegend auf Sedimantgesteine wie Kalk- und Sandstein sowie Mergel. Der verbliebene Verwitterungsboden aus dem Granit des hohen Fichtelgebirges ist von Natur aus nicht so fruchtbar wie die Flußterrassen des Bruchschollenlandes entlang des Mains.

Die Bernecker Kernstadt steht auf Diabas-Gestein, das aus untermeerischem Vulkanismus entstanden ist. Dabei bildete der erkaltende Diabas kissenförmige Strukturen aus (engl. "pillows"). Dieser Untergrund gehört zur selben geologischen Einheit wie der Frankenwald. Von diesem getrennt ist die Kernstadt jedoch durch eine Hochebene, die sog. Münchberger Masse, die nach Norden hin eine Schwelle mit einer Höhendifferenz von ca. 120 m zum Maintal bildet.

Ihre Nord-Süd-Länge beträgt beachtliche rd. 35 km, die Ost-West-Breite ca. 15 km. Ihr Untergrund besteht weit überwiegend aus Gneis und weiteren metamorphen Gesteinen, was sie geologisch vom umliegenden Land grundlegend unterscheidet, wie ein eingeschobener Fremdkörper (Metamorphe Gesteine wurden in Langzeit unter hohem Druck und hohen Temperaturen in ihrer Struktur verändert. Solche Bedingungen sind nur sehr tief unter der Erdoberfläche zu finden (gewissermaßen im Ganzen verschlungen, fermentiert und sehr viel später wieder ausgespuckt).

Bei einer Wanderung von der Kernstadt das Tal des Knodenbachs hinauf über Hohenknoden nach Wasserknoden steigt man über fünf verschiedene Gesteinsschichten. Die ersten, heute tief liegenden veränderten ihre Struktur nur wenige km unter der Oberfläche. Die heute oberste, fünfte Schicht weist eine Struktur auf, die nur in einer Tiefe von über 50 km Tiefe entstanden sein kann. Für Geologen ist es jedes mal eine Herausforderung zu erklären, warum Tiefengestein ganz oben liegt.

Von der Münchberger Masse "abgesprengt" sind übrigens zwei Gneis-Bruchstücke, die in der oben beschreibenen Tiefe entstanden sind: der Geseeser Berg, südlich der Kernstadt zwischen Weißem Main und Fränkischer Linie gelegen, sowie westlich der Königstuhl. Seine Nahtstelle zum Diabasgestein tritt in einem vertikalen Aufschnitt im Steinbruch der Hartsteinwerke Schicker ans Tageslicht (Der Steinbruch darf nur im Rahmen offizieller Führungen betreten werden! Näheres siehe nachfolgend unter Ausflugstipps bei den Geopark-Rangertouren).

Jeder aufgezählte Grenzfaktor hat einen Teil dazu beigetragen, dass vor Jahrhunderten ausgerechnet hier ein Ort entstand, aus dem sich das heutige Bad Berneck entwickelte.

Es gibt bei Berneck aber noch eine weitere, gewaltige Grenze, die bei Anfahrt aus Richtung Süden oder Westen ins Auge springt. Durch das heutige Stadtgebiet verläuft seit etwa 54 Mio. Jahre die Fränkische Linie. Sie ist eine der großen geologischen Störzonen in Mitteleuropa.




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