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Die Stadt und ihre Geschichte
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NEUES UND INTERESSANTES

Die Stadt und ihre Geschichte

In der Geschichte hatten Geologie, Topographie/Standort und Klima immer maßgeblichen Einfluß auf eine Siedlungsentstehung. Das galt auch für Berneck mit Lage an einer mehrfachen geologischen Schnittstelle.

Die nachfolgend aufgezählten Faktoren können vom Menschen nicht beeinflusst werden. Sie sind von Natur aus vorhandene Rahmenbedingungen. Unter dem Summenstrich betrachtet, hat jeder einzelne dazu beigetragen, wie sich das heutige Bad Berneck entwickelte.

Die ewige Grenzlage Bernecks

Aus europäischer Sicht liegt Berneck ziemlich zentral, in der Mitte des Kontinents. Dennoch ist die Lage des Ortes in mehrfacher Hinsicht buchstäblich grenzwertig.

Wir stehen am Zusammenfluss von Ölschnitz und Weißem Main. Beim Blick nach Osten steht man gewissermaßen am Zugangstor zum Fichtelgebirge. In umgekehrter Richtung verlässt hier der auf doppeltes Volumen angewachsen Weiße Main das Quellgebirge. Nach Westen geht sein Tal ab hier in die Breite, die Flußlandschaft wird flach.

:: Klima, Landschaftsform und Geologie

Klima, Landschaftsform und Geologie

In mehrfacher Hinsicht ist Bad Berneck von Natur aus ganz gut ausgestattet und eingebettet, auf Kissen aus Stein

Von Westen aus betrachtet, ist das Klima bis hierher deutlich milder und die Vegetationszeit länger als auf den höheren Lagen ringsum. Außerdem liegt Berneck in einem schwankenden, breiten klimatischen Grenzkorridor. Je nach Großwetterlage überwiegt mal das Atlantische, mal das Kontinentale Klima - Sommer wie Winter.

:: Blick in den Untergrund

Geologischer Exkurs: Die Fränkische Linie

Am Ende der Kreidezeit als letztes Teilkapitel der Jurazeit, vor ca. 145 Mio. Jahren, kam die Erde in unserer Region mächtig in Bewegung. Zum Verständnis des ganzen Prozesses müssen wir in der Erdgeschichte aber noch ein Stück weiter zurückgehen.

Bei der varisikischen Gebirgsbildung vor 320 Millionen Jahren entstand zum ersten Mal eine wichtige Bruchstelle, die fränkische Linie. An dieser Bruchstelle wurde im Lauf der Jahrmillionen immer wieder die Gesteinsschichten gegeneinander verschoben.

Zuvor hatte das Jurameer weite Teile Mitteleuropas bedeckt. Auf seinem Boden wurde über Jahrmillionen eine mächtige Schicht aus Kalkstein unterschiedlicher Merkmale sedimentiert. Davon überdeckt waren in unserer Region auch die nach Abtragung verbliebenen Reste des variskischen Gebirges (auch Grundgebirge oder Altes Gebirge genannt), das sich vor etwa 300 Mio. Jahren gebildet hatte. Die weitere regionale Betrachtung erstreckt sich vor allem auf das nordostbayerische Grundgebirge, das wir in seiner heutigen Form als Fichtelgebirge und Frankenwald kennen.

Das nordostbayerische Grundgebirge, und mit ihm gleichzeitig das angrenzende westböhmische Grundgebirge, wurden über viele Mio. Jahre gegenüber der sich nach Westen und Süden erstreckenden sog. Süddeutsche Scholle (mit anderem Gesteinsaufbau unter dem jetzt trockenen früheren Meeresboden) allmählich in die Höhe gedrückt.

Diese Störung zieht sich durch die Erdkruste bis in über 30 km Tiefe. Wie man heute als eine Erkenntnis aus Öl- und Gasbohrungen weiß, reichen ihre Ausläufer im Norden bis in den Untergrund der Nordsee. Nach Südosten gehen sie bis Ungarn. Als Fränkische Linie wird der Abschnitt der Störung von Weiden bis zum nordwestlichen Ende des Thüringer Waldes bezeichnet. Im Weiteren sprechen wir nur noch von ihr. Hier bei Bad Berneck spaltet sich die Bernecker Störung von der Fränkischen Linie ab. Sie erleichterte dem Weißen Main seinen Lauf nach Westen zu finden und dabei sein Tal aus dem Fichtelgebirge zu graben. In der Fortsetzung nach Süden hin als Fichtelnaabstörung vereint sie sich bei Kemnath wieder mit der Fränkischen Linie.

Ausgelöst wurde die Bildung der Fränkische Linie im Zuge der Alpenfaltung durch den Druck der afrikanischen auf die europäische Platte. Wie mit einem großen Lineal gezogen, trennt sie in der Region von Südosten nach Nordwesten markant das Bruchschollenland, die ca. 20 km breite Knautschzone und die sich dahinter westlich erstreckende Süddeutsche Scholle, vom Nordostbayerischen Grundgebirge, hier Fichtelgebirge und Frankenwald.

Wo sich etwas hebt, hier die Nordostseite der Störung, senkt sich parallel etwas anderes ab, in diesem Fall die Südwestseite. Die horizontal verlaufenden Gesteinsschichten im Untergrund wurden an dieser Bruchlinie vertikal, in der Höhe zueinander, versetzt. Im Westen beim nahen Wirsberg (8 km entfernt) um ca. 1.000 m, nach Südosten bei Weiden/Opf. (55 km entfernt) um ca. 2.300 m.

Die Gesteinsformationen der Knautschzone zerbrachen unter dem Druck der schrägen Scherbewegung des Grundgebirges nach oben. Die Bruchteile wurden ebenfalls gegeneinander verschoben, teilweise auch gebogen oder \"auf den Kopf gestellt\". Durch Erosion wurden die oben auf dem Grundgebirge liegenden löslichen Kalkgesteinsschichten schneller abgetragen, als auf der südwestlich tiefer und flacher liegenden Süddeutschen Scholle.

Im Bereich der Bruchscholle und um die unmittelbare Bruchlinie auf Seite des Grundgebirges liegen daher auf engsten Raum heute ganz unterschiedliche Gesteine an der Oberfläche frei. Das ist in und um Berneck sowie beim benachbarten Goldkronach der Fall, so dass sich für geologisch Interessierte, auch für Familien, eine Reihe lohnender Ausflugsziele anbieten.

:: Weitere Darstellungen und Ausflugtipps zur Fränkischen Linie

Die Bedeutung der wichtigen Handels- und Pilgerstraße

Die Via Imperii verband als bedeutende Handels- und Pilgerstraße des Mittelalters Italien mit dem Ostseeraum. Von Nürnberg kommend war bis hierher ein Drittel der Wegstrecke nach Leipzig zurückgelegt. Eine Abbildung zur Via Imperii ist beim Marktplatz an der Fassade des Stadtmuseumgebäudes zu sehen.

Beim heutigen Berneck musste sie auf kurzer Distanz ca. 120 Höhenmeter vom Maintal auf die Münchberger Masse überwinden. Dieser Auf- und Abstieg entlang des Knodentals oder den Rimlasgrund auf die Höhe erforderte nicht nur eine Station für Rast und Spanndienste („Karawanserei“) sondern auch sicheres Geleit, beides gegen entsprechende Abgaben.

Die frühen Fernstraßen führten vorzugsweise über die Höhen, um das Tageslicht länger zu nutzen, der besseren Übersicht wegen und der geringeren Deckungsmöglichkeiten für Straßenräuber.

In einem Radius von weniger als 2 km um die Bernecker Kernstadt wurden vom 10. bis 15. Jh. insgesamt sechs größere und kleinere Befestigungsanlagen sowie eine frei stehende Kapelle mit Schießscharten errichtet. Von den heute noch vorhandenen fünf dieser Anlagen sind drei als Baudenkmäler (Altes Schloss, Marienkapelle und Hohenberneck) und zwei als Bodendenkmäler (Hohe Warte und Alt-Berneck) klassifiziert.

Näheres hierzu ist auch im Bayern Viewer des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege (BLfD) zu sehen.

Berneck unter der Herrschaft des Hauses Hohenzollern

Mit den Burggrafen von Nürnberg aus dem Hause (Hohen-)Zollern begann für Berneck und die Markgrafschaft Bayreuth-Kulmbach (auch Fürstentum Bayreuth) trotz aller späteren Kriegszüge, Wirren, Kriege und deren Folgen eine dynastisch kontinuierliche Zeit mit den Zweigen dieser Familie, die bis zum Ende des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation im Jahr 1806 andauerte.

Im Jahr 1430 wurde Bad Berneck von den Hussiten gebrandschatzt. Sie waren Anhänger des frühen tschechischen Reformators Jan Hus, der trotz des zugesagten „Freien Geleits“ durch König (und späteren Kaiser) Sigismund für Hin-/Rückreise und Dauer des Aufenthalts1415 auf dem Konsil von Konstanz als „Ketzer“ auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde. Als Reaktion verwüsteten seine Anhänger ab 1427 in mehreren Kriegszügen Teile des heutigen Brandenburgs und Polens bis nach Danzig (!), Bayerns und der Slowakei. Betroffen muss auch das Alte Schloss gewesen sein. Die alte hochmittelalterliche Burg wurde 1431 zum noch erkennbaren Umfang erweitert. Ebenso wurde die Stadt wieder aufgebaut.

Ab 1478 ließ der markgräfliche Amtmann Veit von Wallenrode die Marienkapelle und die Burg Neuwallenrode als repräsentativen Amts- und Wohnsitz erbauen. Nach dem Tod des Vaters im Jahr 1499 verkauften die beiden Töchter den fast fertigen Bau an den Amtmann von Stein, der sie nach Fertigstellung zwei Jahre später an den Markgrafen weiterveräußerte. Damit verbunden war die Umbenennung der Burg in Hohenberneck.

Im Jahr 1537 (oder bereits 1528?) konvertierte die Markgrafenfamilie zu Martin Luthers Reformation, die damit für alle Untertanen verbindlich wurde getreu dem Grundsatz „Wessen Herrschaft – dessen Religion" (lat. huius regio, eius religio). Im 30jährigen Krieg verhielten sich die Markgrafen neutral. Mehrfache unmittelbare Plünderungen beim Durchmarsch auf der bekannten Nord-Süd-Achse oder Erpressen aus der Ferne (!) von Kontributionen in Form von Geld und Naturalien durch die Soldateska beider Kriegsparteien wurde dadurch aber auch nicht verhindert. Noch etwas schlimmer dran soll allerdings das benachbarte Gefrees gewesen sein. Dort verlief eine andere Straße ostwärts nach Böhmen und nach Westen auf Bamberg zu, so dass dort ein Knotenpunkt in alle vier Himmelsrichtungen bestand.

Die Stadt litt nach dem Wiederaufbau aber auch immer wieder in Friedenszeiten bittere Not. Am 19. Mai 1664 wurde sie durch ein Hochwasser schwer geschädigt. Nicht einmal eine Generation später brannte sie am 13. Mai 1692 bis auf die hintere Mühle und fünf kleinere Häuser komplett ab.

Der letzte fränkische Hohenzollern-Markgraf Christian Friedrich Karl Alexander verkaufte seine beiden Fürstentümer Ansbach und Bayreuth im Jahr 1791 an seinen Verwandten, den preussischen König. Ein Jahr später kam der junge Bergassessor Alexander von Humboldt zur Reorganisierung und Optimierung der Bergbaureviere des Frankenwalds und Fichtelgebirges. Dabei erprobte er in einem Bernecker Bergwerk erstmals seine neu entwickelte Grubenlampe, wo er wegen Grubengase gerade noch einmal mit dem leben davon kam.


Die fränkische Landnahme und Besiedelung

Beim heutigen Hallstadt (bei Bamberg) und Forchheim standen Ende des 8. Jh. Königshöfe. Ausgehend von dieser Nord-Süd-Schiene der Regnitz verlief die fränkische Landnahme und Besiedlung ab dem 9. Jh. immer weiter ostwärts weitgehend friedlich. In den flachen Lagen der Süddeutschen Scholle, auf der Hochfläche der heutigen Fränkischen Schweiz und des Bruchschollenlandes des oberen Weißen Mains konnte Ackerbau gut betrieben werden.

Wann in diesem Entwicklungsprozess das heutige Berneck erreicht wurde, ist nicht gesichert. Die etwa seit dem 6. Jh. in diesem Gebiet, dem neuen fränkischen Kron- bzw. Reichsland, ansässigen Slawen wurden nicht vertrieben sondern assimiliert. Viele Ortsbezeichnungen wurden direkt ins Deutsche übernommen (z. B. Ölschnitz, der Erlenbach oder Laitsch, was Wald bedeutet), andere wurden übersetzt, wie z. B. die Ortsbezeichnung Pec für Schmölz bzw. Schmelz(ofen).

Das Umland des späteren Berneck wurde nach Süden und Osten zum Grenzgebiet des fränkischen Radenzgaus hin zum bayerischen Nordgau. Das kaum zugängliche hohe Fichtelgebirge wurde von den flachen Randlagen im Westen und Süden ausgehend nur sehr dünn besiedelt.

Als Wirtschaftsgrundlage blieb dort hauptsächlich die Zeidlerei bzw. Waldimkerei zur Gewinnung von Honig als einziges Süssungsmittel und von Wachs für Kerzen (Kirchen und Klöster). Dieser Erwerbszweig benötigte große Flächen und bot nur wenigen Familien ein gewisses Auskommen.

Die Köhlerei spielte damals noch keine Rolle. Zum einen war die Aufnahme des Bergbaus späteren Jahrhunderten vorbehalten und andererseits hatte die Verhüttungstechnik bei weitem noch nicht den Stand des 16 Jahrhunderts erreicht. Erst ab dieser Zeit konnten Blasebalge mit Hilfe der Wasserkraft konstante Temperaturen von ca. 1.400°C erreichen, was wiederum größere Mengen an Holzkohle erforderte.

Die Kammlinie des Mittelgebirges muss man sich zur damaligen Zeit als eine Art breiten Grenzkorridor vorstellen. Und im Wesentlichen ist das auch nach mehr als einem Jahrtausend bis heute die Kultur- und Sprachgrenze geblieben.

Die Gaugrenze bedeutete gleichzeitig auch Kirchengrenze zwischen den Bistümern Regensburg und Würzburg, bzw. an dessen Stelle ab dem Jahr 1007 dem neu gegründeten Bistum Bamberg. Von kleinen Verschiebungen abgesehen, besteht diese im Wesentlichen bis heute entlang der alten Siedlungsgrenzen fort.

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Die Anfänge von Berneck bis zur Stadterhebung

Im Jahr 1028 schenkte der Walpote Regenold einiges Land um Stein (heute zur Stadt Gefrees gehörend) dem 1007 neu gegründeten Bistum Bamberg.

Im Jahr 1028 schenkte der Walpote Regenold einiges Land um Stein (heute zur Stadt Gefrees gehörend) dem 1007 neu gegründeten Bistum Bamberg. Ob auch das Bernecker Gebiet weiter im Süden bereits inbegriffen war, ist nicht gesichert. Regenold und seine Nachkommen nahmen in dem Gebiet aber offenbar weiterhin Lehensrechte wahr.

Sie bauten in der Folge zunächst die Turmburganlage Alt-Berneck südöstlich von Stein. Nach deren Aufgabe errichteten sie auf halber Höhe der Steige der Via Imperii über dem Knodental die neue Bernecker Walpotenburg an der Stelle, wo ca. 300 Jahre später Hohenberneck erbaut wurde.

In diesem Zusammenhang liefert der Heimatforscher und Kulmbacher Kreisheimatpfleger Dr. Rupprecht Konrad eine durchaus schlüssige Herleitung des Ortsnamens. Er führt die Namen Berneck und Bärnreuth auf das Wort Barr oder Barre zurück, was Grenze bedeutet (Barriere). Berneck könnte damals an der „Grenzecke“ des Herrschafts- und Schenkungsgebietes gelegen haben. Auch anderswo kommt dieser Wortstamm mit Bezug auf eine Grenzlage vor. Andere Heimatforscher beziehen den Namen auf einen Franken namens Bero, der mit seinen Mannen hier Wald gerodet haben soll. Aber auch das ist nicht gesichert.

Die beiden ersten urkundlichen Erwähnungen von Berneck datieren auf die Jahre 1168 und 1177. Danach folgten den Walpoten als neue Lehensherren die Grafen von Andechs-Meranien. Sie bauten in der 1. Hälfte des 13. Jh. das Alte Schloss oberhalb des sich entwickelnden Ortskerns. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Walpoten ihren Bernecker Sitz bereits aufgeben müssen, nachdem der Bischof von Bamberg die Übergabe der Burg mit Hinweis auf eine frühere Schenkung verlangt hatte.

Nach dem Aussterben der Andechs-Meranier im Mannesstamm 1248 kam Berneck mit dem Alten Schloss nach langen Erbstreitigkeiten im Jahr 1260 an die Grafen von Orlamünde. Diese wurden bereits 1340 wiederum von den Burggrafen von Nürnberg beerbt, den späteren Markgrafen. Der erste urkundliche Nachweis der Stadterhebung stammt aus dem Jahr 1357.



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